Erste Ergebnisse zur Wirkung von INA
Die Interaktive Präventionsausstellung INA setzt positive Impulse für die Gewaltprävention. Das zeigen erste Ergebnisse einer laufenden Evaluation der Hochschule Luzern (HSLU).
INA fördert unter dem Titel «Mein Körper gehört mir!» die Entwicklung von Selbstkompetenzen im Umgang mit Nähe und Distanz bei Jugendlichen und Erwachsenen mit kognitiven Behinderungen. Die Ausstellung wird jeweils während zwei Monaten in einer Institution gezeigt und ist in einen thematischen Organisationsentwicklungsprozess eingebettet.
Im Auftrag von Limita wird INA noch bis Ende 2026 von Paula Krüger und Seraina Caviezel Schmitz von der HSLU evaluiert. Erste Ergebnisse der Studie wurden nun in der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik (SZH) veröffentlicht.
Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass sich das Wissen der Mitarbeitenden in Bezug auf die Prävention sexueller Ausbeutung verbessert hat. Auch die wahrgenommene Institutionskultur und Einrichtungsatmosphäre haben sich positiv verändert.
Den vollständigen Artikel von Paula Krüger und Seraina Caviezel Schmitz können Sie in der SZH lesen: «Die interaktive Präventionsausstellung INA ‹Mein Körper gehört mir!› – Erste Ergebnisse einer laufenden Evaluation».
Neuer Flyer für Eltern und Erziehungsberechtigte: «Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen»
Es ist keine leichte Aufgabe, als Eltern oder Erziehungsberechtigte die eigenen Kinder vor sexueller Ausbeutung zu schützen. Es gibt jedoch Einiges, was wir beachten können: Einerseits ist es wichtig, das Selbstbewusstsein von Kindern zu stärken und mit ihnen über ihren Körper und ihre persönlichen Grenzen zu sprechen. Auch auf Irritationen und ungute Gefühle einzugehen oder bei Hinweisen auf sexuelle Ausbeutung angemessen zu reagieren, ist zentral.
Für die Prävention ist es ausserdem von Bedeutung, dass Kinder erfahren, dass ihr Körper ihnen gehört, ihre Gefühle wichtig sind und sie sich Hilfe holen dürfen. Gleichzeitig brauchen sie Erwachsene, die für sie einstehen, ihnen glauben, ruhig bleiben und bei Unsicherheit Rat einholen.
In unserem neuen Flyer finden sich Informationen und konkrete Empfehlungen, die Eltern und Erziehungsberechtigte dabei unterstützen.
Den Flyer «Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen» können Sie digital herunterladen oder in unserem Shop bestellen.
Artikel «Im Spannungsfeld von Nähe und Distanz»
In der aktuellen Ausgabe der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik mit dem Schwerpunkt Gewalt hat Limita einen Artikel zum Thema Schutzkonzepte veröffentlicht. Der Beitrag beleuchtet, wie Schutzkonzepte sexualisierter Gewalt in Institutionen für Menschen mit Behinderungen entgegenwirken können.
Menschen mit Behinderungen sind besonders häufig von sexualisierter Gewalt betroffen. Wichtig zu wissen ist, dass Täter*innen strategisch vorgehen: Sie bauen Vertrauen auf, verschieben schrittweise Grenzen und isolieren Betroffene. Schutzkonzepte erschweren diese Strategien und machen Grenzverletzungen früh sichtbar. Welche Elemente zu einem umfassenden Konzept gehören und wie diese ineinandergreifen, erfahren Sie im Artikel «Im Spannungsfeld von Nähe und Distanz».
Merkblatt für Eltern: Grenzverletzungen ansprechen
Manchmal beobachtet man als Eltern oder Erziehungsberechtige minime Grenzüberschreitungen, die einen irritieren. Jemand nimmt beispielsweise das eigene Kind auf den Schoss, obwohl es das nicht möchte, oder macht ihm unpassende Geschenke. Im Eifer des Alltags ist es nicht ganz einfach, diese Grenzüberschreitungen oder das irritierende Verhalten anzusprechen. In einem neuen Merkblatt geben wir Eltern, Angehörigen und dem privatem Umfeld von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen Tipps, wie ein Gespräch dennoch gelingen kann.
Für die Prävention sexueller Ausbeutung ist es zentral, dass Aussenstehende irritierende Verhaltensweisen, die sie beobachten, ernst nehmen und Unbehagen äussern. Denn potenzielle Tatpersonen suchen gezielt Situationen, in denen Schutzbedürftige keine starken Fürsprecher*innen haben. Ein offenes, respektvolles Ansprechen von Irritationen ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern Ausdruck von Verantwortungsübernahme.
Merkblatt «Grenzverletzungen ansprechen»
Medienmitteilung zu den mutmasslichen Missbrauchsfällen in Kitas
Anfang April wurden mehrere Fälle von mutmasslichen sexuellen Übergriffen an Kleinkindern durch Kita-Mitarbeitende publik. Obwohl die betroffenen Kitas über Schutzkonzepte verfügen, konnten die Taten nicht verhindert werden. Wie kann das sein?
Als Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung beraten wir seit mehr als 25 Jahren Organisationen wie Kitas und begleiten sie bei der Erarbeitung und Umsetzung von Präventionsmassnahmen. Damit diese ihre volle Wirkung entfalten können, gilt es, die Spezifika sexualisierter Gewalt zu kennen und einige entscheidende Faktoren zu beachten. Detaillierte Informationen entnehmen Sie unserer Medienmitteilung zum Thema:
Medienmitteilung vom 16.04.2026
Neue Broschüre «Schutzprozesse zur Prävention von Grenzverletzungen und Machtmissbrauch»
Der Kanton Luzern hat am 25. Juni 2025 seine neue «Wegleitung zur Prävention von Grenzverletzungen Machtmissbrauch» im Rahmen einer Lancierungsveranstaltung vorgestellt. Als erster Kanton in der Schweiz formuliert Luzern für soziale Einrichtungen verbindlich Präventions-Mindeststandards und bietet mit der Wegleitung praxisnahe Hilfestellung im Aufbau von institutionsspezifischen Schutzkonzepten. Limita und die Fachstelle MachtRaum haben diese Wegleitung im Auftrag des Kantons und in enger Zusammenarbeit erarbeitet.
Mit grosser Freude präsentieren die beiden Fachstellen auch den druckfrischen «Schutzprozesse»-Leitfaden, der als Ergänzung zur Wegleitung erarbeitet wurde. Der Leitfaden schafft Orientierung bei der Erarbeitung und Umsetzung von präventiven Massnahmen gegen emotionalen, körperlichen, sexuellen und spirituellen Machtmissbrauch in Organisationen.
Limita fordert: Prävention in Aus- und Weiterbildung verankern!
Eine nicht-repräsentative Umfrage, die Limita im Jahr 2024 an Schweizer Fachhochschulen und Höheren Fachschulen durchgeführt hat, die Bachelor- und Master-Studiengänge im Bereich Soziale Arbeit anbieten, zeigt, dass die Prävention sexueller Ausbeutung in den Curricula nur ungenügend verankert ist. Die Art der Auseinandersetzung mit dem Thema unterscheidet sich je nach Bildungsinstitution stark – sei es in Bezug auf die Schwerpunkte, die Einbettung oder auch die Anzahl Lektionen, die der Thematik gewidmet werden.
Angesichts der Relevanz von Gewaltprävention und insbesondere der Prävention sexueller Ausbeutung in Umsetzung der Kinderrechtskonvention, der Behindertenrechtskonvention der UNO, der Lanzarote-Konvention und der Istanbul-Konvention, welche alle von der Schweiz ratifiziert wurden, ist der herrschende Standard in Deutschschweizer Ausbildungsinstitutionen nicht zufriedenstellend. Limita fordert deshalb in einem Positionspapier, dass Studierende sich bei Abschluss des Studiums mit Strategien der Prävention sexueller Ausbeutung auseinandergesetzt haben und über spezifisches Wissen verfügen.
Das Positionspapier ist im Netzwerk Charta Prävention im Rahmen eines Fachinputs 2025 zum Thema Aus- und Weiterbildung zu Prävention sexueller Ausbeutung entstanden, wird von diesem inhaltlich getragen und von Limita, Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung, publiziert.

